Sündenbock
Jedem der sich ein bisschen im Internet bewegt und sich mit Computern beschäftigt, wird in den vergangenen Jahren aufgefallen sein, das Computerspiele als Sündenböcke für die abstrusesten Dinge herhalten müssen. So behaupten einige Experten aus der Politik, Computerspiele seien dazu in der Lage Menschen zu eiskalten Killern zu machen (Killerspiele). Andere Experten behaupten dagegen, Computerspiele würden ihre User im Gehirn fit halten (wir alle kennen doch Dr. Kawachima
).
Aber was ich heute gelesen habe, das setzt dem ganzen die Krone auf! Mc Donalds Boss Steve Easterbrook, behauptet doch tatsächlich das nicht sein Fastfood die Menschen verfetten lässt, sondern Computerspiele!
Ich bin schon jetzt gespannt darauf, wie die nächste Horrorsündenbockcomputerspielemeldung aussieht…










10. Jan 2008 | 00:43 Uhr
Computerspiele sind heute, was die Videos in den Achtzigern waren…der Sündenbock. Ist wirklich witzig. Wir sind auch groß geworden und laufen ja auch nicht amok…
20. Jan 2008 | 10:28 Uhr
Genau. Heute sind’s Computerspiele, davor waren’s Videos, davor Kinofilme (ok, Zombifilme sind nicht Jedermanns Geschmack, tun aber niemandem weh!). Vor denen waren Romane gefährlich (etwa der Werther, der ja damals ganze Generationen zum Freitod motiviert haben soll), und schon bei den alten Griechen gab es genau die gleiche Diskussion um die Dramen von Tukydides.
Die beiden Seiten sind immer die selben. Ein Block sagt: alles halb so wild, da kann man sich bei abreagieren und entlastet sich so für den restlichen Alltag -> Katharsis-Vertreter. Die andere Seite ruft: das ist der Untergang, unsere Kultur ist im innersten bedroht, Huuuh, Buuhuu, bla bla bla.
Da die Welt zwischendurch zwar schon das ein oder andere mal kurz vorm Abgrund stand, dabei aber selten irgendwelche Medienformen der Grund waren, könnte man die Diskussion eigendlich langsam beenden, aber leider will die widerlegte Seite hier mal wieder einfach nicht das Maul halten. Kommt wahrscheinlich dadurch, dass neue Medienformen immer auch neue Formen der medienkompetenz brauchen, die sich eine jüngere Generation immer einfacher aneignen kann als die Älteren - sobald diese Jüngeren dann in die Entscheider-Positionen hochgesickert sind ändert sich jedesmal auch der Grad der Diskussion.