Sex and the City, Grey’s Anatomie, Gilmore Girls, Mc Leods Töchter und wie all die Serien „von der modernen Frau für die moderne Frau“ auch heißen mögen, sie haben alle eines gemeinsam: Sie fangen alle ganz cool an und enden im totalen emotionalen Gefühlschaos.

Warum Frauen sich selbst belügen

Als Mann mit 35 Jahren Lebenserfahrung, reichlich emanzipatorischer Erziehung durch die Eltern und einer hohen Bereitschaft, die Spielregeln der Emanzipation auch konsequent zu befolgen, komme ich immer mehr zu der Einsicht, dass ein irrwitzig hoher Anteil an Frauen das System der Emanzipation zwar für wichtig und richtig erachtet, vehement dafür eintritt, sie gar einfordert und sehr gerne sich selbst im Lichte der selbstständigen, emanzipierten unabhängigen Frau von Welt sieht. So weit, so gut.

Da ich ziemlich viel mit Frauen zu tun habe, sowohl im privaten als auch beruflichen Bereich, dachte ich schon sehr früh „ok, Emanzipation bedeutet, behandle eine Frau genauso, wie Du einen Mann behandelst.“ Also gibt es Frauen in meinem Leben, mit denen ich Sport mache, mit anderen gehe ich feiern oder ins Theater, mit wiederum anderen habe ich Sex. Da ich dabei auch ganz ehrlich und offen bin, sage ich auch direkt „hey, wir trainieren zusammen und mehr nicht!“ oder „klar zum feiern kannst Du mich gerne mitnehmen aber mehr nicht!“ oder „wie wär’s mit poppen und NUR poppen, keine Beziehung oder ähnliches!“.

Nun dann bekomme ich immer folgendes zu hören: „Oh, wie ehrlich und direkt Du bist, da weiß man wenigsten woran man mit Dir ist, das schätzen wir so an Dir!“ oder „Ja, genau das finde ich auch gut, lass uns einfach feiern oder vögeln oder blablabla.“

Also, unter Männern wäre damit alles geklärt. Mein Trainingspartner trainiert mit mir, mit anderen Jungs geh ich feiern. PUNKT! Natürlich muss man sich dazu auch sympathisch sein und natürlich redet man auch ab und an mal über tiefschürfendere Dinge. Was allerdings nie passiert, ist, dass einer der Männer (egal ob homo- oder heterosexuell!) nach einer gewissen Zeit anrückt, der dann meint: „Ach, wir kennen uns jetzt schon 1 Jahr und wir verstehen uns so gut, ich habe mich in Dich verliebt, ich will mit Dir ins Bett etc.“

Und selbst wenn ein Mann zu mir käme und so etwas sagen würde, dann würde ich ihm sagen können „Alter, ich mag Dich echt, aber mehr als Training oder feiern wird niemals laufen!“ Und das gute daran ist, dass ein Mann damit auch klar kommt, Dir die Hand drauf gibt und Dir dann beim Bankdrücken die Hantelstange anreicht, ohne Tränen in den Augen zu haben.

Würde die Emanzipation bei Frauen genauso fest in ihren Emotionen verwurzelt sein, wie in ihren Köpfen, dann wäre die Welt ein leicht verständlicher Ort. Dem ist aber nicht so!
Wenn ich mit einer Frau ein FREUNDSCHAFTLICHES Verhältnis habe, dann will ich mit ihr nicht in die Kiste. Denn mit meinen Freunden (die zum Großteil männlich sind) will ich ja auch nicht in die Kiste! Ich könnte hier und jetzt blind 50 Euro setzen, dass 10 Frauen steif und fest behaupten, dass sie sehr wohl freundschaftliche Beziehungen zu Männern haben können, ohne dass sich da etwas in emotionaler Richtung entwickelt. Und ich setze 100 Euro drauf, dass sie das alles auch noch glauben. Ich setze 1000 Euro, dass mindestens 5 Frauen spätestens nach einem Jahr mit einem emotional verwirrten Gesichtsausdruck vor einem sitzen und auf einmal feststellen, dass sie a) etwas für einen empfinden, b) nicht damit klarkommen, dass man Sex hat aber nicht mit ihnen oder c) aus der bisher reibungslosen Freundschaft schließen, dass man der ideale Lebenspartner sein muss.

Aber erst mal zurück zur Emanzipation: