Sieht man sich ab 20.00 mal die diversen TV-Kanäle an, so glaube ich, in letzter Zeit vermehrt beobachtet zu haben, dass Werbung im TV entweder unglaublich billlig ist oder mit enormen Summen an Geld finanziert wird.

Natürlich gibt es tausende von Werbeplätzen, einige sind schweine teuer. Da gibt es den Mount Everest unter dem Werbeplätzen wie zum Beispiel ein Werbespot in der Halbzeitpause des Superbowls. Einen solchen Werbeplatz zu bekommen ist eigentlich unmöglich. Steckt man nicht dick im Geschäft der NFL oder hat man keine Millionen mal eben auf der Kante, kann man sich diesen Werbeplatz getrost abschreiben.

Und natürlich gibt es diese Verflechtung auch in Deutschland. „Die Fußball Bundesliga wird ihnen präsentiert von…“. Veranstaltung, Sendungsplatz, Sendezeit, Klientel, etc.pp. sind alles Faktoren, die den Marktpreis eines Werbeplatzes bestimmen

Was kostet eigentlich Werbung?

Nun beobachte ich aber immer häufiger, dass es TV-Kanäle gibt, die in Deutschland sogenannte Dauerwerbesendungen ausstrahlen. Das gab es auch schon früher, nur dauerte eine Präsentation maximal 10 Minuten. Heute laufen über Stunden am Stück ein und dieselbe Werbung für ein und das selbe Produkt.

Ein Beispiel: Ricky King, ein E-Gitarrist aus den 70ern wird mit seinem neuesten Sammel-Album beworben. Stundenlang! Mit Interview, Musikeinblendungen, Kaufadressen und all dem Schmonzens, der dazu gehört. Das Gleiche geschieht mit Michael Wendler, einem „neuen“ Schlager-Party-Star. Stunden- teilweise ganze Abende und Nächte lang, wird der Typ gehyped, sogar auf mehreren Kanälen gleichzeitig.

Oder nehmen wir „Die zwei Amigos“, zwei ältere Schlager-Schmacht Bolzen in Pornobrillen, die ganz grauenhafte Texte schreiben. Da werden ganze Abende mit der Werbung über diese Jungs gefüllt.

Ja, was kostet Werbung denn nun?

Folgende Fragen tun sich da bei mir auf:

  1. Ricky King bedient offensichtlich ein gewisses Kaufsegment. Aber dieses kann niemals so kaufkräftig sein, dass man damit ganze Abende mit TV-Werbung refinanzieren kann. Also muss die Werbung auf derartigen Kanälen sehr günstig sein. Warum? Weil man Ricky King mit dem selben Geldaufwand wohl nicht in den Werbeblöcken der Sender wie ARD/Sat1/Vox etc. platzieren kann. Und wenn doch, dann nur ganz kurz oder zu Werbezeiten, die das finanziell noch zulassen.
  2. Ich kann auch vollkommen daneben liegen und hinter den Werbekampagnen steckt ein Geldgeber, der Unsummen in die Dauerwerbesendung steckt. Das ist aber eher unwahrscheinlich. Vielleicht aber besteht der Deal darin, dass der Werbeplatzanbieter direkt an den aus der Werbung erzielten Gewinnen beteiligt ist. Dann müsste man aber auch wiederum mit Ricky King ordentlich Asche machen können, was ich bezweifle.
  3. Werbung kostet gar nicht so viel, wie immer behauptet wird. Vielleicht kann man sich auf derartigen Sendern ganze Monatspakete für 10.000 Euro kaufen? De facto handelt es sich nämlich um fertig produzierte Werbesendungen, die mehr oder weniger professionel gemacht sind und einfach nur ausgestrahlt werden müssen. Das kann von einer Hand voll Technikern erledigt werden. Das kostet auch nicht viel.
  4. Wenn man also eine Sendeanstalt hat und dann mit minimalen Produktionsaufwand arbeitet, scheint man damit wohl Geld verdienen zu können, in dem man Dauerwerbesendungen bestreitet, die stundenlang ein und das selbe Produkt anbieten.

Ich fände es mal hoch interessant, herauszufinden, was man bei der ARD für 5 Minuten und bei einem Dauerwerbesender bezahlt. Denn wenn das erschwinglich ist, dann könnte man ja seine Videocasts einfach ein paar Stunden übers TV laufen lassen und somit die Leute, die gelangweilt durch das TV-Programm zappen vom TV zurück ins Internet holen.

Wie wär’s, wir kaufen uns billige Dauerwerbesendungsplätze und füllen diese mit abgefahrenen Videos, die auf unsere HPs zurückgehen? Traffic generieren übers TV, zu günstigen Konditionen.

Allein die Tatsache, dass es sich dabei eh um ein neuartiges Format handelt, kann man eigentlich gewiss sein, dass man dadurch eine gewisse Aufmerksamkeit erregt.

Ich galube, ich forsche da mal weiter 🙂